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Gastronomie Bewertungen

Gas­tro­no­mie Bewer­tun­gen haben schon seit Beste­hen die­ser Bran­che mehr Gewicht als in ande­ren Indus­trie­zwei­gen. Ers­tens haben posi­tive Emp­feh­lun­gen über Nah­rungs­mit­tel und deren Zube­rei­tung gleich­falls einen Aus­sa­ge­ge­halt über den gesund­heit­li­chen Nut­zen eines Restau­rants (oder auch über eine Restau­rant­kette) und zwei­tens kann der Gas­tro­nom, der posi­tiv beur­teilt wird, mit täg­li­chen Kun­den rech­nen (Klei­dungs– oder Möbel­käufe gesche­hen auch bei posi­ti­ven Wer­tun­gen natur­ge­mäß weit­aus sel­te­ner). Inner­halb des letz­ten Jahr­zehnts nun hat sich die soge­nannte „Emp­feh­lungs­ge­sell­schaft“ in ihrem Ver­hal­ten geän­dert. Ent­stan­den Gas­tro­no­mie Bewer­tun­gen noch vor, um und bis 1990 nach dem Grund­satz „Waren Sie zufrie­den, sagen Sie es ande­ren – andern­falls sagen Sie es uns“ und wur­den Bemer­kun­gen und Beur­tei­lun­gen über Zufrie­den­heit gewis­ser­ma­ßen zufäl­lig über Bekannte, Kol­le­gen und Freunde ver­teilt, hat die Anwen­dung des Inter­nets und die doch ent­schei­dende Mei­nungs­bil­dung auf die­sem Wege nichts mehr mit dem Zufall zu tun.

Inter­net­pro­pa­ganda ent­steht nicht zufällig

Denn, wie man über das Cone-Institut in Bos­ton im August 2011 her­aus­fand, „schla­gen“ 89 Pro­zent aller Ver­brau­cher „erst im Inter­net nach“, bevor sie einen Kauf täti­gen. 87 Pro­zent aller Ver­brau­cher las­sen sich von posi­ti­ven Kun­den­mei­nun­gen in Schrift­form in ihrer letzt­end­li­chen Kauf­ent­schei­dung beein­flus­sen, 80 Pro­zent über­den­ken eine Ein­kauf­s­idee noch ein­mal bzw. ent­schei­den sich dage­gen, nach­dem sie eine nega­tive Ver­kaufs­emp­feh­lung gele­sen haben. Dies bezieht sich sicher­lich nicht nur auf Gas­tro­no­mie Bewer­tun­gen. Doch gerade auch jeder Gas­tro­nom kann hier­aus zwei Leh­ren zie­hen: Einer­seits braucht der Ver­brau­cher heut­zu­tage kei­nen PC oder Lap­top, um sich ein Bild über die „Emp­feh­lungs­land­schaft“ bezüg­lich eines Restau­rants zu machen, ande­rer­seits ist auch der Gas­tro­nom selbst Internet-Mitglied und kann so die Gas­tro­no­mie Bewer­tun­gen über den eige­nen Betrieb aktiv beein­flus­sen. Die „Emp­feh­lungs­ge­sell­schaft“ bezieht sich näm­lich nicht mehr – wie frü­her – allein auf die Dienst­leis­tungs­qua­li­tät eines Betrie­bes. Diese bleibt sicher­lich wei­ter­hin ein ent­schei­den­des Merk­mal zur Wei­ter­emp­feh­lung. Ein wei­te­res ist jedoch die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­fä­hig­keit des Anbieters.

Wer schnell rea­giert, bleibt im Rennen

Auch hier gibt es zwei Aspekte: Der Gas­tro­nom sollte seine Inter­net­prä­sen­zen auf den Por­ta­len der sozia­len Medien dau­er­haft über­wa­chen – um bei schwie­ri­gen oder miss­ver­ständ­li­chen Kun­den­re­ak­tio­nen und –Bewer­tun­gen, Stel­lung­nah­men oder Aktio­nen fol­gen zu las­sen, die diese neu­tra­li­sie­ren. Bei­spiel: Behaup­tet ein Kun­den­kom­men­tar, ein Gas­tro­nom ver­wende einen schäd­li­chen Nah­rungs­mit­tel­zu­satz­stoff, kann die­ser als Reak­tion das Pro­dukt offi­zi­ell aus dem Ange­bot neh­men. Der eng­li­sche Fach­be­griff hierzu lau­tet „Social Media Moni­to­ring“ – viele Her­stel­ler agie­ren bereits sehr sen­si­bel und pas­sen ihre Ange­bots­pa­lette nicht allein den direk­ten Umsatz­zah­len, son­dern umge­hend den Kun­den­kom­men­ta­ren an. Und da die Gas­tro­no­mie, wie gesagt, davon abhängt, täg­lich an die­sel­ben End­ver­brau­cher (Stamm­kun­den) zu lie­fern, ist dies hier von umso ent­schei­den­der Bedeu­tung. Wei­ter­hin: Stel­len Kun­den direkte Fra­gen auf den „Fan­pages“, „Twit­ter­fo­ren“ oder ande­ren Por­ta­len, wer­den schnelle, posi­tive und ver­mit­telnde Reak­tio­nen erwar­tet. Diese Erwar­tungs­hal­tung haben nicht nur die Fra­ge­stel­ler – auch die nur lesende „Emp­feh­lungs­ge­sell­schaft“ beob­ach­tet mit mobi­len End­ge­rä­ten, was geschieht. Nam­hafte Fir­men arbei­ten bereits mit Teams, die sie kon­kret für ihre Twit­ter– oder Facebook-Präsenzen abstel­len, damit Kun­den­zu­frie­den­heit durch aktive Dia­loge geschürt wer­den kann. Und nicht nur die Kun­den­bin­dung selbst ist das Ziel, son­dern auch die Kun­den­rück­ge­win­nung. Selbst der­je­nige, der nur noch sei­nen „all­ge­mei­nen Frust“ auf einer Facebook-Seite notiert, kann durch eine geschickte und posi­tive Ant­wort zu einem wei­te­ren Kauf bzw. Restau­rant­be­such moti­viert wer­den. Und die Leser eines sol­chen Dia­logs besu­chen nun die­ses Restau­rant aller Wahr­schein­lich­keit auch – nicht weil sie es aus eige­ner Erfah­rung ken­nen, son­dern weil sie sehen, dass sie es mit „ver­nünf­ti­gen und ver­stän­di­gen Men­schen“ zu tun bekom­men, die durch­aus mehr leis­ten und freund­li­cher auf­tre­ten, als man dies von ihnen erwar­tet hätte.

Der kom­mu­ni­ka­tive Unter­neh­mer, der jedes Kun­den­ge­spräch und jede Gäs­te­be­wir­tung als Wer­bung betrach­tet, wird sich nun auch prä­zise und ohne Fehl­schläge im Inter­net zurecht­fin­den. Allein: Schnel­ler zu sein als die Mit­be­wer­ber – und ent­ge­gen­kom­men­der; hierin liegt die „neue“ Anfor­de­rung der „neuen“ Medien. Alles andere bleibt beim „alten“: Nur Qua­li­tät zählt und der hoch­wer­tige Service.

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