Facebook hat als Internetportal der sozialen Medien im Jahre 2004 begonnen, um
Menschen in Kontakt zu halten. Es ist dies somit ein Medium des menschlichen Gemeinschaftssinns – und diese Funktion wird sich auch langfristig nicht verändern. Für den Gastronomen der Gegenwart heißt es: Präsentiert er sich und sein Unternehmen auf Facebook, tritt er dort als gleichberechtigtes Mitglied auf. Zwei Möglichkeiten bietet Facebook nun jedem, sich vorteilhaft im Profil (Wort und Bild) sowie im Alltagsgeschehen darzustellen.
Beide haben jedoch eines gemeinsam: Der Unternehmer bzw. das Unternehmen mögen auf Facebook als „optimaler Kommunikator“ auffallen. Schnell, positiv, respektvoll und auffallend tolerant auf Kundenanfragen oder Facebook-Kommentare zu antworten, motiviert nicht nur den Fragesteller selbst, dieses angenehme und verständige Restaurant mit einem „menschlichen“ Unternehmer einmal aufzusuchen. Sondern – er wird nicht allein kommen. Oder sogar seine nächste Geburtstagsgesellschaft dort ausrichten?
Die Person des Unternehmers als attraktiver „Freund“
Dies kann auf einer gewöhnlichen Profilseite geschehen, die jedoch mit außergewöhnlichen Inhalten gefüllt ist. Mit anderen Worten: Der Unternehmer tritt als Person mit Vor– und Zuname auf und schreibt über seinen Alltag. Genau hier liegt die eine Möglichkeit, als Gastronom Kunden zu gewinnen und langfristig einen höheren Umsatz als seine Mitbewerber zu generieren. Unnötig zu sagen, dass ein solcher Facebook-Account sicherlich von Mitarbeitern verfasst und gepflegt werden kann und soll. Wichtig: Im Profil ist die Biographie des Unternehmers so angegeben, dass sein „Expertenwissen“ vermutbar ist. Auch Praktikanten– oder Hilfsarbeiterstellen im Lebenslauf können anders formuliert werden – deutlich wird in jedem Punkt der Online-Präsentation der Nutzen für die menschliche Gemeinschaft, die der Unternehmensleiter erworben hat (Beispiel: „XY erwarb in den Jahren 1995 bis 1998 umfangreiche Kenntnisse als Diätkoch und leitete Seminare zu diesen Themen“ oder „leitete 2000 bis 2002 mehrfach den Service von namhaften Hotelketten“). Jede einzelne berufsrelevante Erfahrung zu betonen, macht hier seinen Sinn – all das motiviert andere Facebook-Mitglieder, Herrn oder Frau XY als „Freund“ hinzuzufügen. Natürlich darf bereits dieses Profil Linkverweise zu anderen Facebook-Auftritten (siehe unten), Youtube-Accounts oder Homepages des Unternehmens enthalten. Wichtig: Jeder Text, der auf Facebook angegeben wird, kann von Suchmaschinen-Nutzern auf Keyword-Anfrage gefunden werden. So macht man sich umso mehr Freunde, desto mehr Sorgfalt man hierbei verwendet – will heißen: Ein Prozent an speziell ausgewählten Keywords im Text zu erwähnen, ist unauffällig, erfüllt seinen Zweck und bleibt leserfreundlich.
Doch noch mehr gibt es: Nämlich die Facebook-Pinnwand, auf welcher das Alltagsgeschehen im Restaurant möglichst sachlich – und natürlich gegebenenfalls in aktuellen Bildern – erwähnt wird. Und: Man verkünde Expertenwissen, Rezeptideen oder Serviervorschläge, die möglichst noch nicht im Internet auffindbar sind. All dies ist ein wichtiger Generator für Kundendialoge (siehe oben). Ein weiterer Tipp: Man möge je nach persönlicher Kapazität im „Chat“ zur Verfügung stehen – 30 bis 60 Minuten pro Bereitschaft reichen. So kann ein individueller Kontakt zu Facebook-Freunden angeboten werden – nicht selten entwickeln sich sogar Verkaufsgespräche auf dieser Basis.
Das Unternehmen und seine „Fans“
Gleichzeitig ist natürlich ebenso eine Fanpage zu erstellen. Und nicht nur eine: Mehr als ein Unternehmen (nicht nur im gastronomischen Bereich) spricht mit unterschiedlichen Fanpages verschiedene Zielgruppen an. Titel wie „Restaurant Frankfurt“ oder „Rhein-Main Schnellrestaurant“ oder ähnliches vom selben Unternehmer werden von Suchmaschinen aufgelistet, wenn ein Internetanwender „Frankfurt“ oder „Rhein-Main“ als Suchworte eingibt. Ebenso ist das Profil, die Bilder und die Einträge zielgruppenorientiert zu gestalten: Die Restaurant-Fanpage für den „studentischen Mittagstisch“ sieht völlig anders aus als die Fanpage für „festliche Stunden“ (auf der Fotos von entsprechenden Veranstaltungen aus dem Hause präsentiert werden).
Bei allen Fanpages gilt: Es sind keine direkten Verkaufsforen, auf denen Preise und ähnliches ausgeschrieben werden. Sondern: Die Zielgruppenansprechbarkeit wird gestreut und auf Dialoge wird umgehend eingegangen (siehe oben). Wenn allerdings jemand über das Facebook-Profil (oft auch als mobiler Endgerätenutzer) eine Bestellung aufgibt, so ist er ebenfalls willkommen. Dies kann sicherlich mehr als einmal vorkommen – deshalb ist eine dauerhafte Überwachung der Facebook-Präsenz(en) von unbedingter Bedeutung. Downloadbare Speisekarten können verlinkt werden – aber da die Facebook-Seite handyfreundlich bleiben sollte, sind hier vornehmlich Texte und Bilder mit hohem Informationsgehalt zu präsentieren.
Das Prinzip des sozialen Mediums
Ein soziales Medium folgt dem Prinzip einer Gruppe: Jedes Mitglied, welches von allgemeinem Interesse (und von gesundheitlichem bzw. gemeinschaftlichem Nutzen) ist, wird zu einer Leitfigur. Macht ein Gastronom als Facebook-Mitglied auf diese Weise von sich reden, verkauft er mehr als wenn er auf konventionelle Weise wirbt. Denn dass er Verkäufer ist, weiß jeder im Voraus – und bedarf keiner Erwähnung auf Facebook!
